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EINKAUFEN ALS EVENT

Lichtinstallationen für die ECE-Shoppingcenter „Europa Galerie“ in Saarbrücken und „Nova Eventis“ in Leipzig

Für beide Einkaufsgalerien lautete die Zielsetzung, die Aufenthaltsqualität durch szenografisches Licht zu steigern. Eine energieeffiziente und anregende Beleuchtung, die die Besuchsdauer verlängert und somit für höhere Umsätze sorgt.

Europa Galerie

Die ECE eröffnete das Shoppingcenter im Oktober 2010. Das Kunstlichkonzept sollte die neue Galerie mit dem Altbestand, der denkmalgeschützten Gebäude der Bergwerksdirektion, harmonisch zusammenführen. Lichtfugen im Boden und Vouten an der Decke setzen beide Komplexe voneinander ab und schaffen eine Verbindung zwischen Alt und Neu.

Magischer Anziehungspunkt

Die Verkaufsfläche von 25.000 qm erfährt eine Rhythmisierung durch breit und eng strahlende Leuchten, die die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich lenken. Milieuleuchten in Form von Downlights liefern Farbtemperaturen von 3000 bis 4200 K und unterstützen je nach Tageszeit die Adaption zwischen drinnen und draußen. Dort, wo Tageslicht fehlt, erhellen großflächige Lichtdecken diese Bereiche. Als Highlight sticht die beleuchtete Altfassade hervor: geframte Gobo-Projektionen leuchten sie gleichmäßig aus. Diese Sonderanfertigung bewährte sich bereits bei Nova Eventis.

Nova Eventis

Nach einem Umbau feierte die Event-Mall ihre Neueröffnung im September 2006, als Erlebniswelt mit einer Verkaufsfläche von 76.000 qm. Das Lichtkonzept sollte diesen Ansatz visuell transportieren. Für den zweigeschossigen Einkaufsbereich lautete das Thema „vier Jahreszeiten“. Im Wechsel tauchen Farbpartituren auf, eingespielt über Lichtvouten, farbdynamische Decken und vier leuchtende Pylone.

Unbekannte Dimensionen

Der Haupteingang verläuft durch das vorgelagerte Parkhaus, durch die Installation „The Living Seas“. Eine raumfüllende Bogenskulptur empfängt die Besucher mit interaktiven Licht- und Klanginstallationen und stimmt sie auf den Konsumtempel ein. Diese Inszenierung erhielt die Auszeichnung „Prädikat herausragend“ in der DP3D-Preisverleihung 2006 und wurde für den Bundesdesignpreis 2007 nominiert. Im Fokus des Lichtkonzepts stand die Außengestaltung. Geframte Projektionen heben die Fassade hervor, das Wasserbecken fungiert als interaktive Bühne und ein Leuchtball nimmt das Wasserthema spielerisch wieder auf. Laut ECE spart der Einsatz modernster Leuchtmittel-Technik, der in den Projekten häufig über Sonderleuchten realisiert wurde, in den neuen Häusern rund 20% der Energiekosten ein.

Fotos: ECE Europagalerie Saarbrücken, Tom Gundelwein, Oliver & Tobias Link
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VITALES LICHT FÜR NEUE WOHNWELTEN

Ein biodynamisches Lichtkonzept für Möbel Martin in Kaiserslautern

Licht wirkt positiv auf uns. Vor allem, wenn es sich echt anfühlt.Unter diesem Motto stand die Lichtplanung für das Haus der Möbel Martin Gruppe, das 2015 einen Umbau erfuhr. Es galt, 30.000 qm Ausstellungsfläche während der Modernisierungsmaßnahmen umzustrukturieren. Das anspruchsvolle Projekt beinhaltete die Entwicklung einer LED-Sonderleuchte und eines modularen Beleuchtungssystems, das mit seiner tageslichtdynamischen Steuerung einen neuen technischen Standard setzt. 

In ausgewogener Balance

Die Realisierung des Beleuchtungskonzepts unterlag strengen Vorgaben. Der Zeitrahmen war knapp, das System sollte die Investitions- und Wartungskosten gering halten, eine einfache Instandhaltung garantieren und die verbauten HIT Downlights energieeffizient ersetzen. Zuvor kamen 16 Leuchtentypen zum Einsatz, die das Licht nicht homogen verteilten. Das Lichtkonzept richtete sich somit gezielt darauf, dem gesamten Objekt einen visuell einheitlichen Rahmen zu geben.

Individuell im großen Stil

Frei- und Großflächen, Präsentations-Kojen, das Fachsortiment mit Ausstellungsgondeln sowie die Küchenabteilung bilden die Hauptbereiche des Möbelhauses. Die Ausstellung steht klar im Vordergrund, das geradlinige Leuchtendesign tritt optisch zurück. Die Sonderleuchte ersetzt nun eine Vielzahl verschiedener Modelle. Sie verfügt über zwei Reflektoren (eng- oder breitstrahlend) sowie Bügelvarianten, um sich der jeweiligen Deckensituation anzupassen. Sie ist handlich und beliebig zu positionieren. Engstrahlende Reflektoren zeichnen die Highlights heraus, wie etwa Kochinseln oder Banner. Bei Regal- und Gondelfronten verteilt sich das Licht gleichmäßig nach unten, ohne eine separate Beleuchtung der Regalböden. Breitstrahlende Reflektoren sorgen für ein ausgewogenes Beleuchtungsniveau und eine angenehme Atmosphäre. Der hohe Farbwiedergabewert der Leuchtmittel garantiert, dass Oberflächen und Farben realistisch beurteilt werden können.

Die Sonne als Vorbild

Das Licht der Sonne steuert unseren zirkadianen Rhythmus und wichtige Abläufe in unserem Körper. Die Hochleistungs-LEDs arbeiten mit „Tunable White“: je nach aktueller Situation außerhalb des Gebäudes liefern sie innen ein tageslichtähnliches Spektrum von 3000 bis 5000 K, das vitalisiert oder entspannt. Auch daraus ergibt sich ein hohes Einsparpotenzial. Die heutige LED-Technologie macht solche Lösungen im Bereich des „Human Centric Lighting“ (HCL) möglich. Das neue Modulsystem arbeitet zu 55% energieeffizienter und bietet ein Höchstmaß an Komfort, sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter. Die Sonderleuchte ist nun als Standardleuchte erhältlich. „instalight PROSALE 1021“ ist prädestiniert für den übergreifenden Einsatz im Handel.

Fotos: Tom Gundelwein
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LICHT MACHT MOBIL

Ein Beleuchtungskonzept für die neue Geschäftsstelle des ADAC Mittelrhein in Koblenz

Der Entwurf bezieht sich auf zwei Büroetagen sowie den ADAC-Shop. Es galt, die organische Formensprache der Inneneinrichtung aufzunehmen und eine bildschirmarbeitsplatzgerechte Beleuchtung zu generieren, die den Mitarbeitern bei niedrigem Energieverbrauch größten Komfort bietet.

In Kurvenlage

Die Büros des ADAC-Hauses sind für ein bis fünf Personen konzipiert und durch geradlinige Glasflächen von den Fluren abgetrennt. Diese unterscheiden sich deutlich durch ihr geschwungenes Design: farblich hervorgehobene Bereiche sollen dort als Ort der Kommunikation dienen. Weißlicht bringt die sonnengelben Treffpunkte zum Strahlen.

Leichte Navigation

Die Allgemeinbeleuchtung in den Fluren übernehmen Downlights mit einer neutralweißen Farbtemperatur von 4000 K, ihre Linsen ähneln den Xenon-Scheinwerfern von Autos. Um ADAC-typische Themen wie Auto fahren oder Karten lesen mit der Architektur zu verknüpfen, sind die Deckenleuchten mit Linien verbunden. So ergibt sich ein Gesamtbild, das an Straßenkarten und Ampeln erinnert. Die Linien folgen der Architektur und führen als Wegweiser durch die Flure.

Technik-Offensive

Die Heiz- und Kühldecken in den Büros ließen kaum Spielraum innerhalb des Deckenspiegels zu. Abgependelte Sonderleuchten auf LED-Basis bilden eine separate Ebene, sie liefern funktionales Licht und entsprechen den Vorgaben in Bezug auf Wärmeeintrag und Stromverbrauch. Die Pendelleuchten geben direktes und indirektes Licht ab, ein bis zwei verteilen sich pro Raum. Prismen gewährleisten, dass bei einer Länge bis zu 210 cm das Licht gleichmäßig gestreut wird. Das Einschalten der Leuchten funktioniert manuell, das Ausschalten automatisch über einen Präsenzmelder. Die Mitarbeiter können außerdem ihre individuelle Beleuchtungsstärke auswählen und sind nicht auf den Standardwert von 500 lux beschränkt. Ein Sensor regelt zusätzlich die Tageslichtnachführung des Lichts.

Spurwechsel in Farbe

Jede Pendelleuchte ist mit einer RGB-Einheit ausgestattet, die für die Außendarstellung in den Abendstunden über eine zentrale Steuerung und mit eigenem Bus-System dirigiert werden. Blaues Licht strahlt indirekt auf die weißen Deckenflächen ab, wodurch die ADAC-Büros und die vermietete Etage in einem einheitlichen Mitternachtsblau erscheinen. Auch der Shop, der tagsüber durch ein abgependeltes Schienensystem mit farbdynamischer Decke illuminiert wird, ist in diese Installation integriert.

Fotos: Tom Gundelwein

Projektbeteiligte:

Förster + Förster Architekten, Bad Kreuznach | Bals + Wirth Innenarchitekten, Wiesbaden | Münch und Münch GmbH & Co.KG, München

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NACHHALTIGER GENUSS

Licht im Kontext mit traditionellem Weinbau und moderner Architektur: das Weingut Franz Keller in Oberbergen

Die Lichtplanung für dieses Großprojekt startete erst nach Abschluss der Rohbauphase, als die meisten Montagepunkte für Leuchten und Leitungen bereits existierten. Weinherstellung und Verkostung, Restaurant, Event-, Verkaufs- und Büroflächen verteilen sich auf drei Ebenen.

Ausgewogene Hanglage

Mit seiner prägnanten Architektur aus Beton und Glas fügt sich das neu errichtete Gebäude des Weinguts Franz Keller harmonisch in den terrassierten Weinberg am Kaiserstuhl ein. Das Lichtkonzept musste hier mehrere Anforderungen erfüllen: sich den vorhandenen Elektroanschlüssen anpassen, allen lichttechnischen Werten entsprechen und dem hohen, gestalterischen Anspruch, den die Struktur des Baus vorgab, gerecht werden.

Edle Tropfen im Blick

Der Raum für die Traubenannahme steht auch für Veranstaltungen zur Verfügung. Um eine atmosphärische sowie DIN-gerechte Arbeitsplatzbeleuchtung zu realisieren, wurde eine LED-Sonderleuchte entwickelt, die mit jeweils zwei Abstrahlwinkeln und Farbtemperaturen arbeitet. Ihre tropfenförmigen Gläser nehmen das Thema „Wein“ gestalterisch auf. Zusätzlich bringt eine Lichtvoute mittels RGB-Farbmischung verschiedene Lichtstimmungen an die Decke. Eine weitere Voute streut im Restaurant bernsteinfarbenes Licht für ein behagliches Ambiente.

Auf den Spuren der Rebe

Das Lichtkonzept unterstützt die offene Bauweise und fügt eigenständige Komplexe wie Traubenannahme, Restaurant oder Verkaufsraum optisch zusammen. Ein begehbares Glasband im Fußboden weist auf den darunter liegenden Barrique- und Holzfasskeller hin. In einem eigens konzipierten Lichttechnikkanal verlaufen dort alle Strom- und Datenleitungen. Eine Individuallösung stellen auch die Gehäuse der Leuchten dar: sie bestehen aus einem säureresistenten Spezial-Edelstahl.

Von der Trauben- zur Leuchten-Lese

Sonderleuchten und Lichtobjekte stehen deutlich in Bezug zur Weinbautradition des Familienunternehmens und zur Landschaft der Region. Über der Restauranttheke schwebt ein Lüster mit einer Krone aus 50 Jahre alten Rebstöcken, im Verkostungsraum schmückt eine filigrane Pendelleuchte den ovalen Tisch, die dessen Form und Größe widerspiegelt. Ein leuchtendes Geländerelief veranschaulicht schließlich im Schnitt die Erdschichten des Weinbergs. Der Entwurf wurde nominiert für den Deutschen Lichtdesign-Preis 2014.

Fotos: Tom Gundelwein
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PRIMA KLIMA

Lichtgestaltung für die Ausstellung „COzwo und Co.“ zum Thema Klimaschutz im Schaumbergturm, Tholey

Die vom saarländischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Ausstellung nimmt eine Fläche von 140 qm ein, über zwei Stockwerke des Turms. Vorgabe war, eine Beleuchtung zu entwickeln, die die Exponate in Szene setzt und sich vollautomatisch ein- und ausschaltet.

Geführte Erlebnisreise

„COzwo und Co.“ teilt sich in unterschiedliche Themen auf: Klimakrise und neue Energien, Verkehr und Transport, klimagerechte, gesunde Ernährung und ökologische Land- und Forstwirtschaft. Die Ausstellung richtet sich an alle Altersgruppen, von Schulklassen bis hin zu touristischen Besuchern. Zum vorliegenden, pädagogischen Konzept wurde die Lichtplanung separat ausgeschrieben. Die Klimaschau sollte selbsterklärend sein und die Besucher dazu animieren, die Ausstellungsstücke interaktiv und mit allen Sinnen zu erfahren.

Vier Farbwelten

Jedem der oben genannten Bereiche sind Farben zugeordnet, die dynamisch gestaltet sind. Sonderleuchten mit RGB-LEDs streuen das darauf abgestimmte Licht in die Räume, sobald Besucher diese betreten. Die Leuchten halten mit Magneten an der Decke und kommen mit einem Aufbaumaß von nur 12 mm aus. Sie beinhalten die gesamte, erforderliche Technik und sind in Reihe verkabelt, so dass sie sich sequentiell ansteuern lassen.

Sorgsames Licht

Aufgrund der baulich vorgegebenen, niedrigen Deckenhöhe war der Platz für Lichtinstallationen begrenzt. Für die Allgemeinbeleuchtung fiel die Wahl auf 2,5 W-LED-Leuchten mit einer geringen Einbautiefe von 2 cm. Die Leuchtmittel realisieren eine spannende Ausleuchtung mit warmweißem Licht von 3000 K, bei einem Stromverbrauch von lediglich 3,4 W / qm. Ein Energiesparwert, der dem Anspruch von „COzwo und Co.“ vollends gerecht wird.

Sichtbares Ergebnis

Die Entwicklung des Lichtkonzepts sowie der Mediensteuerung hat mehrere Module hervorgebracht: in der Wasserlounge ahmt das blaue Licht Wellenbewegungen nach; ein transluzenter Stoff dient als Raumteiler und Projektionsfläche, die von zwei Seiten erkennbar ist; ein Guckkasten macht Sichtbares für den Betrachter unsichtbar – anhand von blau-roten Bildern, die mit blauem oder rotem Licht angestrahlt werden. Das konkav geformte Kino hält Filme bereit, die über iPad abrufbar sind. Die im August 2013 eröffnete Ausstellung, die an die private Initiative jedes Besuchers appelliert, ist für eine Laufzeit von fünf Jahren angelegt.

Fotos: Sebastian Caspary
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ES WERDE LICHT

Neugestaltung des Ortskerns von Niederkorn (Luxemburg) nach dem Prinzip des „Shared Space“

„Shared Space“ beschreibt ein innerstädtisches Konzept, das alle Verkehrsteilnehmer gleichstellt. Der Masterplan sollte alle Vorgaben des „geteilten Raumes“ nach Sicherheit erfüllen und zugleich das Zentrum der Gemeinde mit Licht aufwerten.

Licht für mehr Achtsamkeit

Die Kirche Saints Pierre et Paul steht im Mittelpunkt von Niederkorn. Das Gelände steigt zum Friedhof hin an, begrenzt durch die Friedhofsmauer, die den Ort umschließt. Straße, Fuß- und Radwege zeigen denselben Belag, sind nicht voneinander zu unterscheiden, Beschilderungen fehlen. Studien belegen, dass Verkehrsteilnehmer ohne festgelegte Regeln sicherer miteinander umgehen, aus Eigenverantwortung. Das Lichtkonzept sah daher vor, die Verkehrswege eher nachzuzeichnen als zu betonen, die Beleuchtung vielmehr dekorativ als technisch zu betrachten.

Beschützte Pfade

Auf dem Vorplatz der Kirche übernehmen diese Aufgabe Bodeneinbauleuchten, die das Bauwerk und die Vegetation illuminieren. Sie bilden Lichtinseln, die einen Ausgleich zwischen Hell und Dunkel schaffen, ohne die Technik der Lichtinstallation zu offenbaren. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Zugangsbereich zum Kirchturm. Die vormals dunkle Zone ist dank der ausgeleuchteten, einladenden Treppe nun bedenkenlos zu begehen.

Intuitive Verbindung

Die Kirche wird von Bodeneinbauleuchten angestrahlt, die sich im engen Abstand zur Fassade befinden. Sie setzen markante Elemente der Architektur in den Fokus, wodurch Kontraste entstehen, die den Bau bei Nacht lebendiger erscheinen lassen. Auch das Friedhofsgebäude tritt aus der Dunkelheit hervor und liefert dem Betrachter einen verlässlichen Orientierungspunkt. Vor dem Abendhimmel präsentiert sich die Friedhofsmauer als leuchtender Horizont, die die Anlage in ein positives Licht rückt.

Gesteigertes Wohlbefinden

Zur Masterplanung zählt auch die blendfreie Beleuchtung der Verkehrswege. Die Farbtemperatur aller Lampen ist einheitlich gewählt, um ein ausgeglichenes Niveau innerhalb des Weißlichts zu erreichen. Im Zuge der Shared Space-Maßnahmen profitiert Niederkorn von einer Entschleunigung, die sich in der Beleuchtung widerspiegelt: Gebäude und Passanten sind klar wahrnehmbar und treten in einem ruhigen Licht hervor. Ein öffentlicher Platz als Ort der Begegnung, der das soziale Leben stärkt und Menschen anzieht, bei Tag und Nacht.

Fotos: Steve Troes Fotodesign
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LICHT IN BEWEGUNG

Eine Lichtskulptur im Aufzug für Enovos, Luxemburg

Für den verglasten Aufzugsschacht des Energieversorgers Enovos sollten die Themengebiete des Unternehmens Windkraft, Wasserkraft, Biogas, Solarenergie und fossile Energieträger auf den Aufzug inhaltlich übertragen und mit Licht visualisiert werden.

Energie im Lichtfluss

Die fünf Etagen des Enovos Hauptverwaltungsgebäudes im luxemburgischen Schlassgoard folgen einem definierten Farbkonzept, das sich in der Illumination des Aufzugs auf dynamische und symbolkräftige Art widerspiegelt.

Elemente im Gleichgewicht

Das Erdgeschoss bezieht sich auf die Windkraft, ausgedrückt in den Wolkenfarben Hellblau, Weiß und Grau. Das erste Obergeschoss ist von Wasser geprägt, dargestellt durch Blau. Das zweite Obergeschoss ist der Pflanzenwelt und dem Thema Biogas gewidmet, umgesetzt in Grün. Im dritten Obergeschoss steht Gelb für die Sonnenkraft. Orange als Farbe des Feuers bezieht sich im vierten Obergeschoss auf fossile Energieträger.

Facettenreiche Transparenz

Der Aufzug beherbergt zwei Glaskörbe, ein durchgängiges Fensterband unterstreicht die offen anmutende Struktur. Die Lichtskulptur setzt sich über die Höhe des Schachts aus 56 quer verlaufenden LED-Lichtlinien zusammen. Jede Linie misst 165 cm und besteht aus zehn separat ansteuerbaren Segmenten, je 16,5 cm lang. Diese Aufkösung von 56 x 10 Pixel im Gesamtbild gewährleistet das Einspielen von Videos.

Inspiration Natur

Die Dynamik des Aufzugs zeigt sich zusätzlich über bewegte Bilder: im Erdgeschoss durch Filme von Windrädern (Windkraft), im ersten Stock tauchen Wellen auf (Wasserkraft), im zweiten Stock flatternde Blätter (Biogas), im dritten Stock geht die Sonne auf (Sonnenkraft) und im vierten Stock züngeln Flammen (Feuer, fossile Energie).

Interaktive Fahrt

Fordert jemand einen Aufzug an, erscheint ein ruhiges Farbbild. Sobald der Aufzug losfährt, initiiert das die Videosequenz für das angesteuerte Stockwerk, die Bespielung ist zeitlich angepasst. Werden die zwei Kabinen versetzt bestellt, erscheint der Film für die zuletzt gewählte Etage. Die Steuerung ist über DMX geregelt, Farbwerte und Einstellungen lassen sich vor Ort anpassen.

Signalwirkung

Im Inneren gegenüberliegend zu den LED-Linien ist ein Spiegel angebracht, der das Licht optisch multipliziert und ein verändertes Raumgefühl entstehen lässt. Die etwa fünf Meter hohe Lichtskulptur ist dauerhaft aktiv geschaltet und erscheint als richtungsweisende Leuchtturm-Installation, die weitreichend wahrnehmbar ist.

Fotos: Tom Gundelwein
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ALPENGLÜHEN IN ZÜRICH

Licht-Inszenierungen für SPA und Garage eines Schweizer Anwesens

Die Lichtplanung umfasst den 300 qm großen Wellness-Bereich des Hauses sowie die 150 qm große Garage, die auch als Veranstaltungsraum und Ausstellungsfläche dient.

Licht zum Entspannen

Das Anwesen ist in den Hang gebaut, über eine Fensterfront öffnet sich der Blick vom SPA auf den Zürichsee und die Alpen. Um Tages- und Kunstlicht in Einklang zu bringen, wurde eine raumbildende Skulptur entworfen, die den Pool in den Fokus setzt und für genügend Beleuchtungsstärke an der Decke sorgt. Die Welle aus weißen Holzlamellen beinhaltet RGB-steuerbare LED-Stripes, die indirekt auf die Deckenfläche strahlen. Leuchten am Boden des Schwimmbeckens projizieren die Bewegung des Wassers auf die Wellenskulptur.

Licht im Fluss: von der Welle zur Treppe

Parallel zum Pool verläuft eine beheizte Bank, in die sich Dampfbad, Erlebnisdusche und eine Sauna einfügen. Entlang der Treppe befinden sich Umkleiden, Duschen und ein Massageraum. Als farbdynamische Lichttreppe stellt sie die Verbindung zur Wasser- und Saunazone her. Diese Eigenkonstruktion aus Blockglasstufen und LED-Sonderleuchten (Planes) wurde für eine leichte Montage konzipiert.

Farbdynamische Lichtspiele

Vier Lichtstimmungen stehen zur Verfügung, das weiße Allgemeinlicht sowie drei farbdynamische Programme (Rot-Orange: Kaminfeuer, Blau-Weiß: Meeresfrische, Grün-Gelb: Frühling). Ein Farbprogramm ist jeweils mit dem Weißlicht kombinierbar, Helligkeit und Sättigungsgrad der Farben sind variabel einzustellen. Lichtvouten und Bodeneinbauleuchten betonen alle mit Sandstein verkleideten Wände, die an den Fels stoßen.

Fotos: Tom Gundelwein
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ERLEBNISRAUM CASINO

Lichtgestaltung für das Casino 2000 in Luxemburg

Für einen neuen Veranstaltungssaal des Casino 2000 im luxemburgischen Mondorf-les-Bains (Bad Mondorf) entstand ein dynamisches Beleuchtungskonzept, das die Besucher mit optischen Eindrücken abwechslungsreich unterhält..

Anziehungsmagnet

Das CASINO 2000 zählt zu einem der meistbesuchten Ausflugsziele in Luxemburg. Es wurde 1983 eröffnet, 2011 kam der 1300 Quadratmeter große Veranstaltungssaal „Chapito" hinzu. Zu diesem multifunktional genutzten Raum gehören ein Spielbereich mit Bühne und die Galerie mit 500 Quadratmetern für Ausstellungen oder Präsentationen.

Abtauchen in eine andere Welt

Um den Casino-Besuchern eine außergewöhnliche Atmosphäre zu bieten, die sie bei klassischen Spielen, bei Shows und auch kulinarisch angenehm begleitet, beruht das Lichtkonzept auf farborientierter LED-Technik.

Effektvoll kombiniert

Die Deckengestaltung vereint dynamisch gesteuerte Lichtvouten mit Downlights für die Allgemeinbeleuchtung. Das LED-System der Vouten arbeitet hauptsächlich mit diffuser Optik. Dank konfektionierter Metallhalter für die LED-Leisten wird das Licht bei niedriger Raumhöhe und leicht rauem Putz schattenfrei aufprojiziert und indirekt reflektiert. Für die Beleuchtung der Verkehrsflächen sorgen LED-Downlights, weitere Downlights mit engen Lichtkegeln liefern Akzentlicht für Kunst oder aktuelle Plakate.

Ideal in Szene gesetzt

Ein modulares LED-Lichtsystem auf RGB-Basis ermöglicht flächiges Licht, etwa für die hinterleuchteten Theken der Bars und den Tresen in der Kassenzone. Highlights sind die hinterleuchteten, runden Regale mit jeweils nach unten und oben strahlenden LED-Elementen.

Bühne frei für Profi-Lösungen

Eine besondere Herausforderung stellte die homogene Ausleuchtung der 350 cm hohen Vorhänge im „Chapito" dar. Sie sind von oben farbig beleuchtet, sowohl mit breit als auch eng strahlendem Licht (120° und 70° Lichtkegel). Diese Asymmetrie gewährleistet die gleichmäßige Verteilung des Lichts.

Einwandfreie Regieführung

Vier speziell entwickelte Lampengrößen sind innerhalb eines 330mm-Rasters einzeln ansteuerbar, um das Licht im Casino individuell zu gliedern. Die Steuerung schließt den Tagesverlauf mit ein und erlaubt vier Stimmungswelten: „Frühling“ in Weiß, Gelb, Grün und Cyan, „Sommer“ in Gelb, Rot und Orange, „Herbst“ in Gelb, Orange, Rot bis hin zu Blau und Cyan, Blau und Weiß stehen für „Wasser“. Über die Allgemeinbeleuchtung lässt sich die Farbintensität anpassen.

Fotos: Tom Gundelwein